Um dem Phänomen Culcha Candela auf den Grund zu gehen, kann man die Bandhistorie recht einfach in zwei Teile teilen: Vor „Hamma!“ und danach. Denn obwohl die beiden ersten Alben „Union Verdadera“ und „Next Generation“ bereits viel von dem enthielten, was Culcha Candela heute so erfolgreich macht, waren es zu Beginn andere Aspekte, die im Vordergrund standen. Alleine die unerhörte Tatsache, dass hier Bandmitglieder mit dem kulturellem Background von vier Kontinenten zueinander gefunden hatten, machte aus einer Gruppe junger Musiker eine Art Mini-UNO mit öffentlichem Integrationsauftrag. Und so waren es folgerichtig die textlichen Inhalte, für die Culcha Candela in den ersten Jahren hauptsächlich standen – Love, Peace and Unity unter besonderer Berücksichtigung von Berliner Gegebenheiten.
Die Band selbst sah sich jedoch keineswegs nur als Projektionsfläche für Multikulti-Träume, sondern hatte auch einfach verdammt viel Spaß an Musik, Groove und (ja!) gutgelauntem Partysound. So eroberte sie sich zwar ein festes Stammpublikum in der boomenden Reggae-HipHop-Crossover-Szene, wurde dieser jedoch gleichzeitig etwas unheimlich, da sie konstant die geforderten Genregrenzen in Sachen Musik und Inhalten zu ignorieren schien. Culcha Candela begeisterten bei ihren Liveshows jung und alt durch die Bank weg, saßen jedoch gleichzeitig zwischen den Stühlen Consciousness und Spaßfraktion. Hier konnte nur ein Hit helfen, um die Türen zu einem neuen, erweiterten Publikum aufzustoßen. Und ein Hit kam, der sich gewaschen hatte!








